Kurzfassung Rasseportrait Collie
Der Collie
Collies sind Nachkommen der Hüte und Schäferhunde aus dem Europa des Mittelalters. Sie wurden damals als Hütehund in den Schottischen Highlands zum hüten der dortigen Colleys (einer Schottischen Schafrasse mit schwarzen Köpfen) eingesetzt. Es gibt Langhaar-Collies (Rough Collies) und Kurzhaarcollies (Smooth Collies). Beide wurden zu Beginn der Industriellen Revolution Mitte des 19 Jahrhunderts durch Queen Victoria auch in den Europäischen Adelshäusern salonfähig Das Aussehen der Hunderasse hat sich im Laufe der Zeit verändert. Da die Britischen Collies vor allem für Ausstellungen gezüchtet wurden behielten diese ihre ursprüngliche Form. In Amerika kamen die Collies auch zum Arbeitseinsatz und wurden deshalb größer und sportlicher gezüchtet.
Der Collie gliedert sich in zwei Rasse-Richtungen.
Den Amerikanischen und den Britischen Collie. Der Amerikanische Collie ist vom Typ her größer und schwerer als der Britische. Dadurch wirkt dieser mächtiger und sportlicher als die Britische Richtung. Der Britische Typ wirkt auf Grund seiner Proportionen gedrungener und schmächtiger.
Größe: Gewicht:
Britischer Rüde 56-61 cm 20-29 kg
Amerikanischer Rüde 61-66 cm 27-34 kg
Britische Hündin 51-56 cm 18-24 kg
Amerikanische Hündin 55-61 cm 23-30 kg
Auch beim Fell sind Unterschiede zu erkennen. Der Britische Typ besitzt mehr Unterwolle dadurch neigt dieser eher zur Verfilzung. Auch bei der Farbe des Fells gibt es Unterschiede. Bei den Britischen Collies sind die Farben sable-white, tricolour, blue-merle als Farbschläge maßgebend. Bei den Amerikanischen ist zusätzlich der Farbeinschlag Weiß als Standard anerkannt.
Wesen und Eigenschaften der Rasse
Das Wesen eines Collies ist vielseitig.und sehr umfangreich.
Er ist ein Haus- und Familienhund. Seinem Herrn ist er treu ergeben und versucht ihm alles Recht zu machen. Bei ihm wird Schönheit mit Eleganz und Intelligenz mit Arbeitsfreude verbunden.
Er ist kinderfreundlich und treu. Innerhalb der Familie sollte er als zusätzliches Familienmitglied angesehen werden. Er zeichnet sich auch als guter Bewacher aus. Droht Gefahr, verteidigt er seine Familie ohne zögern.
Der Collie ist ausgesprochen feinfühlig und sensibel, er sucht Geborgenheit und wünscht sich nichts mehr als mit seiner Familie harmonisch zu leben. Auf Streit und laute Worte innerhalb der Familie reagiert er empfindlich und versucht zu schlichten.
Bei der Erziehung braucht man ein wenig Feingefühl. Er hasst unnötige Strenge und Gewalt. Viel lieber lernt er Befehle mit Geduld, Liebe und Lob. Mal gelerntes wird er immer ohne zögern ausführen.
Neueste Erforschungen ergeben, dass der Collie nach dem Border Collie die Zweit-Intelligenteste Rasse ist. Darum wird er unter anderem gerne als Blindenführer, Behinderten Begleiter oder Therapiehund eingesetzt. Es scheint als könne er Gedanken lesen. Ohne viele Worte setzt er die Wünsche seines Herren um und begleitet ihn treu ergeben. Er möchte es seinem Herrn immer recht machen.
Zu anderen Hunden und Tieren ist er freundlich und aufgeschlossen. Ein Rudel Hunde ist für ihn das größte zum spielen. Deshalb ist ein Collie sehr gut als Zweit- oder Dritthund zu halten
Er ist friedfertig und leicht erziehbar. Fremden gegenüber ist er teilweise eher reserviert, jedoch niemals aggressiv.Auf Grund seines natürlichen Schutztriebes wird er auch als Wachhund eingesetzt
Er darf nicht als Zwinger-Hund gehalten werden.
Ein Collie sollte auf Grund seines Bewegungsdrangs immer eine Aufgabe haben. Er will immer beschäftigt sein, sonst beschäftigt er sich selbst, was sonst unliebsame Überraschungen nach sich zieht. (z.B. zernagte Schuhe).
Er liebt ausgiebige Spaziergänge. Im freien Gelände wird er sich vollkommen austoben. Das Spiel mit einer Frisbee oder einem Stock könnte für Ihn Stunden dauern.
Ein Collie hat wenig Jagdtrieb, deshalb sollte er nicht als Jagdhund geführt werden.
Auf Grund seiner Eigenschaften aus Intelligenz und Athletik wird er auch gerne als Sporthund im Bereich Begleithund, Obedience (Gehorsamkeit), Hütehundwettbewerben und Agillity ausgebildet.
Gesundheitlich ist der Collie sehr robust. Bei schlechtem Wetter wird er durch sein Haarkleid, das aus warmer und wolliger Unterwolle besteht durch sein langes Deckhaar geschützt. Perfekt auch für die kalten und nassen Tage.
Das Haarkleid des Collies ist nicht sehr Pflege intensiv. Es genügt ihn regelmäßig einmal pro Woche gründlich zu bürsten. Man sollte darauf achten, dass er nicht hinter den Ohren und an den Läufen verfilzt. Zu vieles bürsten schadet eher der Unterwolle, welche zum Schutz vor Kälte und Nässe dient.
Der Amerikanische Weiße Collie (White Collie)
In den 60 er Jahren ließ die FCI den Mitgliedsländern die Wahl nach welchem Standard sie züchten und auf welchen Ausstellungen sie richten wollen. Deutschland entschied sich damals für den Englischen Rasse-Standard, in dem die Farbe weiß keinen Platz fand. Während Amerika, Kanada, die Niederlande und Belgien durch die FCI den weißen Collie in Ihr Rasse-Programm aufgenommen haben.
In der Zwischenzeit wird auch in Deutschland der weiße Collie unter dem zweitgrößten Dachverband dem UCI und seinen angeschlossen Vereinen gezüchtet. Der UCI erkennt den Amerikanischen Rasse-Standard mit seinen Farbschlägen an.
Die in Deutschland verbreiteten weißen Collies sind Amerikanischer Abstammung. Der weiße Collie ist keine eigene Rasse sondern ein Amerikanischer Farbeinschlag, der eher selten im Vergleich zu den anderen Farbeinschlägen vorkommt. Somit ist dieser keine Abart sondern eine seltene besondere Erscheinungsform.
Der weiße Collie besticht durch seine vorwiegend weiße Körperfarbe. Er hat den typisch gezeichneten Collie-Kopf mit den Farben sable, black-tan, blue-merle oder sable-merle.
Collie Spezifische Krankheiten
Collie eye anomalie (CEA): eine genetisch bedingte Fehlbildung und Hypoplasie der Aderhaut und Netzhaut, welche zu einer falschen Entwicklung des Auges und einer möglichen Erblindung führt. Erkennbar über Gentest.
PRA (progressive retinal atrophy): diese wird rezessiv progressiv vererbt, bei der die Degeneration der Netzhaut mit fortschreitendem Sehverlust bis hin zu Erblindung führen. Es gibt keine Heilung. Erkennbar über Gentest.
MDR1-Gendefekt: eine genetisch vererbte Erkrankung, welche eine Medikamentenüberempfindlichkeit verursacht. Diese kann bis zu einer tödlichen Neurotoxikose führen. (Ivermectin, Milbemycin, Loperamide).
Magenverdrehung („Blähungen“): eine schmerzhafte und oft tödliche Verdrehung des Magens, die bei großen Rassen mit tiefer Brust vorkommt. Blähungen können in der Regel verhindert werden, indem man kleine Mahlzeiten serviert und dem Hund unmittelbar vor oder nach dem Essen keine lebhaften Bewegungen zumutet.
Dermatomyositis: genetisch vererbte Haut-Muskel-Erkrankung bei Junghunden.
„Collie-Nase“ (discoid lupus erythematosus) :entzündliche Erkrankung, zeichnet sich durch einen schuppigen Ausschlag auf Wangen und Nasenrücken aus.
Hüftgelenksdysplasie (HD): es handelt sich um eine genetisch bedingte Missbildung der Gelenkkugel und der Gelenkpfanne.
Ellbogengelenkdysplasie (ED): es handelt sich um eine genetisch bedingte Missbildung des Ellbogens. Spätere Folgen sind Arthrosen.
Demodicosis: eine parasitäre Infektion der Haut von Tieren.
Mikrophthalmie: eine Augenfunktionsstörung, unübliche Kleinheit, oder auch nur Fehler in der Ausbildung eines oder beider Augäpfel.
Grey-Collie-Syndrom: ist eine Blutkrankheit, die in der Regel für die betroffenen Welpen tödlich ist. Die Welpen haben eine hell-graue, rosa-graue oder beige Fellfärbung, die sich von den normalen Collie-Farben unterscheidet. Welpen, die bis ins Erwachsenenalter überleben, haben ihr ganzes Leben lang mit Immunstörungen zu kämpfen und werden nur selten älter als drei Jahre. Erkennbar durch einen DNA-Test.
